Mittwoch, 23. März 2011

* Essen fassen!

Oh what a Day!

Am Mittwoch war nun die besagte AOK - Vollversammlung dran.
Och mennu, ich wünschte, ich hätte eine Kamera dabeigehabt!

Erst mal wurden wir zur Einweisung (sogenannte "Ansage") gebeten, NICHT wegzulaufen, wenn 5000 hungrige,vorwiegend weibliche Personen die Buffets stürmen. Letztes Jahr müssen zwei Bedienungen die Flucht vom Wiener- Stand ergriffen haben, als hungrige Meute aus aller Herren Bundesländer den Run auf´s Essen eröffneten.

Diesesmal waren die Buffets auf alle Ebenen verteilt, so, dass sich die Scharen auch verteilen können.

O.k., ich hatte Order für Stand zwei. Also los. Giftgrünes Shirt drüber, Vorbinder um die Hüfte gewickelt, Lächeln drauf und los. Ich habe mich erst mal schlau gemacht, was so alles ansteht, was noch zu tun ist, u.s.w.
Plötzlich tauchte irgend so ein Pressefotograph auf und trieb mich mit dem Anblick seiner Riesen- Kamera in die äußerste Ecke hinter die große Katrin.
Doch leider war dieser schneller als ich und zur Strafe musste ich mit der großen Katrin am Würstchenwarmhalter mit Zange in der Hand und einem furchtbar falschen Lächeln posieren. Na Klasse. Was soll denn dieses Foto aussagen? "Wenn du viele Würstchen isst, fallen dir die Haare aus und deine Augen schwellen auf Handtaschengröße an?!" Na lecker. Nachdem das perfekte Veganer-Werbebild geschossen war, durfte ich umziehen. Mein Stand war nicht Stand zwei, sondern Kiosk zwei. Egal, ich hab wieder was gelernt ;-))

An meinem Kiosk angekommen, wurde ich "herzlich" empfangen. Meine Standchefin spricht nicht mit Neulingen. Gut, ich weiß, dass die Mädels seit morgens um drei Brötchen geschmiert und belegt haben. Ich kann mir vorstellen, dass man da auch irgendwann wirklich durch ist.
Doch ich habe das weder angeordnet, noch bin ich dafür verantwortlich, wenn sich die Mädels zuviel zugemutet haben.
Jedenfalls habe ich mich (meiner Meinung nach) schnell eingefitzt. Man sieht ja, wo noch was fehlt. Oder wo noch Mülleimer stehen müssen. U.sw.
Dann war es soweit.
Nach stundenlangen Reden der Vorsitzenden, Ausgezeichneten und endlosen Motivationschorälen - wurde das Buffet eröffnet.
Sofort wurde es im Gang dunkel. Eine Welle Frauen rollte auf uns zu und mein Herz schlug mir bis zum Hals. So langsam kam mir ein Verdacht, warum letztes Jahr die zwei Mädels das Handtuch geworfen und den Rückzug angetreten haben.
Wir wurden ausdrücklich angewiesen, dass wir NICHT bedienen, sondern nur auffüllen.
Also stand ich hinter meinen Würstchenbehältern und Brötchentabletts und schaute mir diesen unglaublichen Film in Ruhe an.
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es machbar ist, fünf halbe belegte Brötchen und drei Wiener obenauf auf einer schmalen Wienerpappe zu balancieren und dann als Krönung noch zwei Senftütchen zu öffen und den Inhalt selbiger dekorativ auf die Wurst zu verteilen. Und diese Frau hatte, wie ich, nur zwei Hände! Irgendwie war ich sogar ein wenig stolz. DAS können wirklich nur Frauen!!
Im ersten Ansturm wurden die belegten Brötchen durcheinandergeworfen, ein Stapel Sevietten geriet in Brand, als er durch das hektische Gewusel um die Wurst in die Brennpaste geschoben wurde. Also hab ich mir eine Zange geschnappt, den Brandherd geangelt und auf den Boden geworfen. Durch meine Zeit am Bau wußte ich, dass die Fußbodenbeschichtung eine Brandstufe erfüllen muss. Also kein Problem, es braucht es schon mehr, als ein paar Servietten, um die Bude anzufackeln.
Ein Grienen musste ich mir echt verkneifen, als ich bemerkte, dass die wenigen Männer nur in Trüppchen auftauchten. Wäre mir wohl auch sicherer gewesen ;-)))
Und mein Kopfschütteln habe ich mir für zu Hause aufgehoben, als zwei ziemlich korpulente alte Mädchen noch kauend und mapfend, mit Senf auf der Lippe mich annuschelten: "Dürfen wir nochwas hamm?"
Na klar doch. Vielleicht versucht ihr das nächste Mal, wenn ihr mit jemanden sprecht, zur Abwechslung erst hinter zu kauen und dann zu reden? Ich mag Flugkrümel im Auge nicht!!!
Och bäääh!
Doch auch die längste Pause geht vorbei und die Damen und Herren nahmen ihre Plätze wieder ein. Der Stand war verwüstet, ein paar traurige Brötchen lagen durcheinandergeworfen und die drei großen Mülltonnen haben leider nicht gereicht, Servietten und Kaffeemilchverpackungen aufzunehmen.
Und meine Standverantwortliche war - weg!
Ohne ein Wort, wie es weitergeht, was gezählt werden muss, was abgewaschen und was verpackt werden soll u.s.w.
Na Klasse. Mein Kollege ein BWL - Student, war wie ich, ebenfalls das erste Mal in der Arena in einem Kiosk. Und wußte ebenfalls nicht wirklich Bescheid. Also haben wir ALLES abgewaschen, Lebensmittel und Getränke sortiert, Müll rausgebracht, Küche geputzt. Und haben dann einfach ausgecheckt.
Doch - Ende gut, alles gut: gestern habe ich erfahren, dass der Stand ohne Mängel abgenommen wurde.
Na dann, bis zum nächsten Mal....

2 Kommentare:

  1. ...hast schön bildhaft beschrieben, als wäre ich mit dabei gewesen :)

    Sturm auf das Büffet...immer und überall der selbe Anblick und die Tellerjonglierer mit ihrer Stapelware sehen auch fast überall gleich korpulent aus.

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  2. Das nächste Mal mche ich Vorher - Nachher Fotos. Das muss man echt gesehen haben! Und die Tellerjonglierer, oh, ja. Man braucht schon einige Jahre um sowas zu können! ;-))

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